Kapitel 5 "Die Suche nach dem Goldschatz"
Der Regen peitschte gegen das vergitterte Fenster der kleinen Zelle, als Ueli T. das
vergilbte Pergament zum ersten Mal entrollte. Es war kein gewöhnliches Papier; es
fühlte sich warm an, fast wie Haut, und verströmte einen schwülen Geruch nach alten
Socken und verbrannten Zigaretten.
„Das ist Wahnsinn“, flüsterte er und strich sich nervös über das Kinn. Die Beamten
und Zellennachbarn hatten ihn immer nach der Beute gefragt, doch er blieb stumm –
einer Beute, die angeblich seit Jahren auf dem Grund der Aare oder im Keller seiner
ehemaligen Villa ruhte. Doch die filigranen Tintenlinien auf der Karte begannen
plötzlich im schwachen Licht der Schreibtischlampe bernsteinfarben zu leuchten. Sie
zeigten keinen Weg über die Aare, sondern einen Pfad, der mitten über die
versteckten Konten in „nicht kooperative Steuerhoheitsgebiete“ führt.
Etwa so würden wir uns den Start zu einem spannenden Roman vorstellen und auch
die KI ist da sehr kreativ. Wir bleiben aber lieber bei der true crime story. Fast 9 Mio
sind gemäss Betreibung der SBB verschwunden. Jeder der den Lebensstil von Ueli
T. kennt weiss, dass er zwar viel Geld verballert hat, aber waren das wirklich 9 Mio?
Kaum denken sich die Insider und vermutlich auch die Beamten, die versuchen die
ganzen Verstecke zu finden. Spannend wird im Prozess, welche Summen und
Vermögenswerte wurden gefunden und sichergestellt? Weiss nur Ueli T. Bescheid?
Oder auch ein Mittäter, Mitwisser oder der Treuhänder? Dem Handelsregister zufolge soll der Treuhänder bis heute Mandate aus dem engsten Umfeld von Ueli T. haben.
Gespannt warten wir auf den Termin für den Prozess. Beginnt dann die grosse
Schatzsuche?
07.05.2026 Copyright by 9mioboy.ch